Restrukturierungsmaßnahmen weiterhin verbreitet / Aktuelle Studie
Düsseldorf, 27. November – Nur noch 30 Prozent der Unternehmen in Europa planen einen Stellenabbau für die nächsten sechs Monate. Zum Vergleich: Im vergangenen Halbjahr haben rund 47 Prozent ihre Mitarbeiterzahl reduziert. Das zeigt eine aktuelle Studie von Watson Wyatt. Demnach stehen auch Nullrunden nicht mehr so hoch im Kurs. Etwa 60 Prozent der Unternehmen haben die Gehälter in den letzten Monaten eingefroren. Jedoch planen nur 38 Prozent dies für die Zukunft. An der Studie nahmen über 700 Unternehmen aus Europa, Afrika und dem Mittleren Osten teil.
“Die Geschwindigkeit und das Ausmaß des wirtschaftlichen Abschwungs spiegeln sich in der schnellen, weiten Verbreitung von Personalabbau und Nullrunden wieder. Es scheint jedoch, dass solche Maßnahmen 2010 seltener getroffen werden“, schätzt Sascha Kamp, Senior Consultant bei Watson Wyatt Heissmann, Düsseldorf, die Entwicklung ein.
Gleichwohl zeigen sich nach den Angaben von Watson Wyatt hier deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Branchen. In Irland, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien planen noch 45 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl in den nächsten sechs Monaten zu verringern. Ähnlich hoch liegen die Zahlen in der Automobilzuliefererbranche, bei Finanzdienstleistern und Telekommunikationsunternehmen. Hingegen erscheinen Arbeitsplätze im Energiesektor und im pharmazeutischen Bereich sicherer.
Weiterhin verbreitet sind Restrukturierungsmaßnahmen. 58 Prozent der Unternehmen haben ihre Organisationsstruktur in den letzten sechs Monaten deutlich verändert. 56 Prozent planen dies für die kommenden sechs Monate. Das gilt vor allem für Unternehmen in Irland, Italien, Russland, Großbritannien und in der Schweiz.
„Restrukturierungen bergen allerdings einige Stolpersteine“, berichtet Kamp. Viele Unternehmen passen Positionsbeschreibungen und Zuständigkeiten nicht an die neue Organisationsstruktur an. „Jedoch hängt gerade davon der Erfolg einer Restrukturierung ab“, erklärt der HR-Berater. Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell oder ihr Kerngeschäft verändern, sollten sicherstellen, dass auch Positionsbeschreibung und Zuständigkeiten neu definiert werden. „Nur so lassen sich die Änderungen im ganzen Unternehmen verankern“, so Kamp. Verantwortlichkeien, Fähigkeiten und Kompetenzen sollten unbedingt auf das Kerngeschäft ausgerichtet werden. „Anderenfalls streuen nicht mehr passende und vom Kerngeschäft losgelöste Rollen ‚Sand ins Getriebe’“, erläutert Kamp. Das kann zu ineffizienten Arbeitsprozessen sowie zu Frust in der Belegschaft führen.